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Auschwitz-Birkenau

Der Name hat sich eingebrannt und ist international zu einer Metapher für unermessliches Leid und eine unvergleichliche Vernichtungsmaschinerie geworden. Auschwitz ist Mahnung und Gedächtnis an die Opfer in einem.

Der von Deutschen errichtete Komplex bestand aus insgesamt drei Lagern:

Neben dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gab es das Stammlager und das Arbeitslager. Ergänzt wurden diese durch 47 Außenstellen, die meist zum direkten Einsatz zur Zwangsarbeit in Bergwerken, Hütten, Industrie und Landwirtschaft dienten.

Himmler als Initiator, Richard Glücks als Inspektor, Rudolf Höß als Leiter 

Nach der Annexion Polens im Herbst 1939 wurde die Stadt Oświęcim dem Deutschen Reich angegliedert und erhielt den Namen Auschwitz. Bereits seit 1933 gab es Konzentrationslager in Deutschland, die unter staatlicher Verwaltung standen. Das erste war Nohra in Weimar. Es wurde am 3. März 1933 eingerichtet, 10 Tage später folgte bereits Dachau, am 21. März 1933 kam Oranienburg bei Berlin dazu. In rascher Folge entstanden 15 KZs, in denen bereits bis Mitte März 1933 100.000 Menschen inhaftiert waren. Im Sommer 1933 gab es bereits 26.000 Internierte. Improvisierte Folterstätten waren Bestandteil der Lager. Inhaftiert wurde willkürlich. Zu den ersten Gefangenen zählten Kommunisten, Sozialdemokraten, politische Gegner. Die SA war bis zum Röhm-Putsch führend involviert.

War das erste KZ noch durch das thüringische Innenministerium initiiert worden, übernahm bereits mit der Gründung Dachaus Heinrich Himmler Planung, Führung und Umsetzung. Ab Mai 1933 wurden alle „wilden KZs“ verstaatlicht und der Gestapo unterstellt. Ab 1934 unterstanden sie der SS. Die 1935 erlassenen Nürnberger Rassegesetzen bereiteten die massive Verfolgung und Vernichtung der Juden vor, die mit der Kennzeichnungspflicht durch den Stern ab 1. September 1941 massiv einsetzte. Ein international unterschätzter Meilenstein war die Reichspogromnacht im November 1938.

An Konzeption und Aufbau der einheitlich konzipierten Konzentrationslager war SS-Obergruppenführer Theodor Eicke führend beteiligt. Er entwickelte das Dachauer Modell, in dem die Lagerverwaltung, die Dienstvorschrift für Wachposten und die Disziplinar- und Strafordnung für Gefangene, die auch in Auschwitz Anwendung fanden, bereits in wesentlichen Zügen erfasst waren. Sein wichtigster Mitarbeiter war Richard Glücks.

Auf Theodor Eicke geht auch die Dachauer Schule zurück. Dieses Ausbildungsmodell für Wachmannschaften war auf eine gezielte Enthumanisierung ausgerichtet, bei der Folter und Vernichtung ohne Reue trainiert wurden. Rudolf Höß bewies später den Erfolg dieser Schule durch die effizient grausame Führung des ihm unterstellten Lagerkomplexes von Auschwitz.

Beim Überfall auf Polen war es Theodor Eicke, der die SS-Totenkopfverbände führte. Ziel waren Säuberungs- und Sicherheitsmaßnahmen im Hinterland, die Polen und Juden betrafen.

Im Februar 1940 sondierten Richard Glücks und Rudolf Höß das Gelände auf Anweisung Himmlers. Die Errichtung von Auschwitz wurde beschlossen, Umsiedlungen und Sprengungen schufen Raum, ab April 1940 wurde gebaut, am 20. Mai 1940 trafen die ersten Häftlinge ein. Schon im März 1941 wurde erweitert und Auschwitz-Birkenau entstand zunächst als Arbeits-, wenig später als Vernichtungslager.

Video: Auschwitz Film - Die Besichtigung

Industrialisierter Massenmord und Menschenversuche

Ab 20. März 1942 wurde das "Rote Haus" zu Vergasungen genutzt. Schnell kamen weitere hinzu. Die günstige Lage von Auschwitz ermöglichte es, Häftlinge aus ganz Europa zusammenzufassen und zu selektieren. Auschwitz II Birkenau nahm den größten Teil des Lagerkomplexes ein. Hier entstand die größte Massenvernichtungsanlage von ganz Europa.

Der Lagerkomplex war durch Stacheldraht, Wachtürme und eine Sicherheitszone von der Außenwelt abgeschnitten. Gleise, auf denen die Züge ankamen, führten ab 1944 direkt ins Lager. In der Regel erfolgte der Transport in Viehwaggons. Insgesamt wurden etwa 1,3 Millionen Menschen nach Auschwitz gebracht, die meisten kamen aus Ungarn und Polen. 400.000 davon wurden als arbeitsfähig registriert und mit einer Nummer versehen, über die Hälfte wurde an der Rampe in den Tod geschickt.

Man internierte vor allem Juden, Sinti und Roma, widerständige Polen und Kriegsgefangene, die, je nach Konstitution und Alter, der Arbeit, der Vernichtung oder medizinischen Versuchen zugeführt wurden. Drei Güterzüge täglich waren die Norm.

Die Selektion nahmen Lagerärzte unter der Führung von Standortarzt Eduard Wirths vor. Ihm unterstand auch der gefürchtete Lagerarzt Josef Mengele, der bereits im Studium großes Interesse an der Rasseforschung gezeigt und in diesem Bereich auch promoviert hatte, sich im Lager vermehrt der Zwillingsforschung, der Untersuchung von Anomalien und im Weiteren auch den Erbkrankheiten zuwandte. Er sah hier breite Forschungsmöglichkeiten und hatte sich bewusst für eine Stelle im KZ entschieden. Er brachte sich aktiv ein, setzte Hygienemaßnahmen wie die Vergasung von Kindern bei Scharlach effizient um und richtete einen Kindergarten ein, in dem er Zwillingspaare im Alter von bis zu sechs Jahren unterbrachte. Sie erhielten bessere Kost und wurden so in ihrer Konstitution gestärkt, dass sie für Experimente verwertbar waren.

Todesmärsche und Befreiung des Lagers

Berichte über das Lager hatten die Alliierten bereits erreicht. Luftaufnahmen zeigten die gesamte Anlage des Komplexes. Ab November 1944 wurden als Reaktion auf die Ereignisse an der Front erste Krematorien und Gaskammern in Auschwitz-Birkenau abgerissen. Die letzte dokumentierte Vergasung stammt vom 1. November 1944.

Ab dem 17. Januar 1945 begannen die Todesmärsche und Räumungsaktionen. Dabei waren alle verwendbaren und fähigen Häftlinge. Zurück blieben etwa 7500 Inhaftierte. Am 27. Januar 1945 befreite die Sowjetische Armee zunächst Auschwitz-Monowitz und traf dann in Auschwitz-Birkenau und im Stammlager ein. Die Verbliebenen wurden versorgt, dennoch starben viele. Wenige Tage später informierte man die Öffentlichkeit über Anlage, Zustand der Häftlinge, Kleider- und Haarfunde.

Schon einige Monate nach Kriegsende wurde die „Dauernde Wache des Auschwitzer Lagers“ durch eine polnische Gruppe ehemaliger Häftlinge organisiert. Am 2. Juli 1947 wurde das Museum zur Mahnung und Erinnerung gegründet.

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